23.11.2017 Schwerpunkt-Interview im Rattus Libri

Erik Hauser liefert spannendes Insiderwissen zu seinem neuen Buch "Jenseits des Rheins" im Rattus Libri, Ausgabe 158.

 

RATTUS LIBRI ist ein etwa zwölf Mal im Jahr erscheinendes Online-Informations-Magazin, zusammengestellt von Irene Salzmann.

 

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Auszug aus dem Interview:

 

Gab es schon Reaktionen aus der Brühler Bevölkerung auf Dein Buch?

Neulich war ich bei meiner Zahnärztin. Die Ärztin ließ mich auf dem Behandlungsstuhl Platz nehmen, fuhr mich in Rückenlage, der Strahler über ihr schien in mein Gesicht, sie beugte sich über mich, den Bohrer in der Hand, dann bemerkte sie, bevor sie ihn anwarf, mit einem zweideutigen Lächeln: „Übrigens habe ich Ihr Buch gelesen.“ Mir wurde etwas mulmig. Ich hatte in dem Buch die Adresse ihrer Praxis erwähnt, aber die Person ausgetauscht. Aber alles ging nochmal gut – sie hatte sich, wie es schien, tatsächlich über das Buch und die Erwähnung darin gefreut.

 

Um gleich beim ‚Wassa-Watschla‘ zu bleiben. Du hast der Geschichte den Untertitel „Rashomon am Rhein“ gegeben. In Anlehnung an den Kurosawa-Film „Rashomon“, in dem ebenfalls eine Reihe (Verbrechens-) Zeugen zu Wort kommen und jeder seine ganz persönliche Wahrheit zum Besten gibt?

Ja, das stand dahinter. Die Idee, dass Wirklichkeit nicht objektiv da ist, sondern sich erst in der subjektiven Sicht der Beteiligten heraus formt. So wie es Kurosawa versucht hat, in seinem Film zu zeigen (der übrigens auf zwei Kurzgeschichten des japanischen Autors Ryunosuke Akutagawa basiert). Jemand hat mir gesagt, dass dies eigentlich der falsche (Unter-) Titel sei, da die berichteten Ereignisse ja nicht wirklich mehrdeutig seien, sondern nur die Ansichten verschiedener Personen dargestellt würden. Ich lass das mal so stehen. Der Fairness halber sollte hier aber noch hinzugefügt werden, dass neben Kurosawa und Akutagawa auch William Faulkner für den „Schrecken von Brühl“ Pate gestanden hat: In seinem Roman „Als ich im Sterben lag“ wird die Geschichte der Überführung einer Leiche in den Nachbarort zur Beerdigung ebenfalls in den Monologen der verschiedenen Figuren erzählt. Und natürlich der Film „Der Schrecken des Amazonas“ von Jack Arnold, auf den Idee und Titel von „Der Schrecken von Brühl“ zurückgehen.

 

Dein bisheriges Oeuvre ist deutlich phantastik-lastig. Ist das Dein Metier, oder reizt es Dich, auch mal ein anderes Genre zu beackern?

Die Phantastik ist ganz sicher mein Metier. Ich schäme mich nicht dafür. Ich kann mir für mich persönlich kein geeigneteres Genre vorstellen. Phantastik ist das Ausbrechen aus einer einengenden Realität, die fiktionale Möglichkeit, dass es doch etwas Anderes zwischen Himmel und Erde gibt als die banale Wirklichkeit. Ich versuche, mit meinen bescheidenen Mitteln literarisch anmutende Geschichten zu schreiben, in denen das Phantastische kein Selbstzweck ist, sondern Bedeutung trägt, für die Psychologie der Personen, als Symbol der Gesellschaftsanalyse, nenne es, wie du willst. Splatter-Punk, reiner Horror, Geschichten, die den Leser durch abstoßende Details und Vorkommnisse (wie z. B. letztens gelesen: Protagonist kopuliert mit verwester Leiche) einfach nur schockieren sollen, liegen mir weniger. Was nicht heißt, dass ich nicht dennoch in benachbarten Genres gelegentlich wildere. Viele meiner phantastischen Geschichten haben z. B. einen ‚Krimi'-touch (oder umgekehrt: die Detektivgeschichten haben ein phantastisches Element, siehe „Sherlock Holmes und der indische Fakir“ oder „Die Wahrheit über Sherlock Holmes“), die Geschichten in „Jenseits des Rheins“ kommen mit ganz wenigen, oft nur angedeuteten übernatürlichen Elementen aus. 

Ich habe auf Aufforderung von Alisha Bionda eine Erotik-Steam-Punk-Novelle geschrieben („Der Ritt auf der Maschine“), und eine phantastische Geschichte mit Fantasy-Elementen („Rosenblut“); und ich habe SF geschrieben. Was ich ganz sicher nie schreiben werde, sind: Liebesgeschichten mit Vampiren, Liebesgeschichten ohne Vampire, Bergromane, Arztromane, Geschichten mit sprechenden Maikäfern, Völkerfantasy à la Tolkien, Urban-Fantasy-Trilogien, wo sympathische Werwölfe gegen unsympathische Vampire (oder umgekehrt) kämpfen, Geschichten mit intelligenten Maikäfern, Esoterik, Splatter-Punk, Geschichten, in denen Engel die Welt retten, Geschichten mit übersinnlich begabten Maikäfern, überhaupt: Geschichten mit Maikäfern.


23.09.2017 Lesung in der Buchhandlung Schmitt & Hahn in Heidelberg, Hauptstraße 8

Lesung to go - Kurzgeschichten von Erik Hauser

Im Rahmen des Heidelberger Literaturherbst liest Erik Hauser um 15 und 16 Uhr aus Jenseits des Rheins 

Lesung to go? Erik Hauser liest Kurzgeschichten aus seinem Buch "Jenseits des Rheins - Unheimlich-makabre Geschichten aus der Kurpfalz" und Sie können einfach vorbei kommen und zuhören. Jeweils um 15 und 16 Uhr beginnen die Lesungen mit anschließendem Gespräch und Signierstunde. Kommen Sie vorbei und gruseln Sie sich mit uns.

 

Eintritt frei

 

Veranstalter: Buchhandlung Schmitt & Hahn, Heidelberg


Erik Hauser bei der Signierstunde auf der Kerwe in Wallstadt 2017

Youtube Video der Kerwe Wallstadt 2017:

https://www.youtube.com/watch?v=Eeykh4SXgKA

Ab 1:20 in der Buchhandlung mit Erik Hauser


24.03.2017 Krimi-Lesung mit Autoren aus dem AGIRO Verlag - ausverkauft

Am Freitag, 24. März lädt die Buchhandlung s’Buchlädel, im Maximiliancenter, Maximilianstraße 1, 76744 Wörth am Rhein zu einer Lesung mit unseren Krimi-Autoren ein.

 

Es lesen:

Joachim Körber: „Frau Schmattloch ermordet ihren Mann an einem nebligen Frühlingstag“

Erik Hauser: „Jenseits des Rheins“

Uwe Löhmann: „Ärger mit Gerber“

 

Treffpunkt in der Buchhandlung um 19:15 Uhr, Beginn: 19:30 Uhr im Konferenzraum des Maximiliancenters.

 

Eintritt: 12,00 Euro (inkl. Pfälzer Köstlichkeiten, exkl. Getränke)


15.02.2017 Lesung in der stadtbibilothek vogelstang


Der Tod auf dem Dachboden - Bericht in der Schwetzinger Zeitung über Jenseits des Rheins


Lesung in Wallstadt